Produktion von Glasschliffperlen


Ich war schon sehr gespannt auf alles was mich die nächsten Tage erwarten würde. Ich habe Wendy, unsere Merchandiserin, am Flughafen in Hong Kong getroffen. Ich kam soeben aus Cebu, wo ich mir die Produktion unserer Philippinischen Holzperlen angesehen hatte. Natürlich war die Wiedersehensfreude, ich arbeite mit Wendy schon seit über 10 Jahren intensiv zusammen, sehr groß. Ich weiß nicht, der wievielte Trip nach Asien es für kronjuwelen.com in den letzten Moanten war – aber es ist immer wieder ein großer Spaß, sich mit Wendy auch in der tiefsten chinesischen Provinz auf die Suche nach neuen Perlen, Schmuckelementen usw. zu begeben.

Kleine Familienbetriebe

Gut zwei Stunden später sind wir dann in Yiwu gelandet. Yiwu ist eine wohlhabende Stadt der chinesischen Provinz Zehjiang. Cherry, unsere lokale Factory Inhaberin, begrüßte und mit einem freundlichen `ni hao` am Flughafen. Unser Ziel war es uns die Produktion von Glasschliffperlen anzusehen. Auf unserer einstündigen Fahrt zum Rohstofflieferanten wurde dann zuerst über Wendys neue Handtasche, Cherrys Hochzeit und ganz viel amüsanten Gossip geredet … die Fahrt hätte Stunden dauern können und den jungen Frauen wären die Themen nicht ausgegangen.

Als wir dann beim ersten Lieferanten ankamen war ich von der riesengroßen Auswahl and unterschiedlichen Glasfarben sehr beeindruckt. Das Rohmaterial zur Herstellung von Glasschliffperlen besteht aus ca. 120cm langen, runden Glasstäben, welche mittig mit einem Loch versehen sind. Der Durchmesser der Glasstäbe variiert je nach Größe der zu fertigenden Perlen.

Glasstäbe

Bei der Herstellung wird die Glasmasse erhitzt wodurch sich diese verflüssigt. Die flüssige Masse wird wunschgemäß eingefärbt und anschließend im heißen, flüssigen Zustand durch eine Düse zu den abgebildeten Glasstäben gepresst. Um Spannungen im Glas zu vermeiden, werden die Glasstäbe im Ofen langsam abgekühlt. Fertig ist das Rohmaterial zur Herstellung von Glasschliffperlen.

Auf zum nächsten Betrieb. Hier werden die Stäbe zu kleinen, runden Glasgranulaten geschnitten.

Dafür werden die Glasstäbe einzeln und in Handarbeit in einer Glasfräse zu den dargestellten Kügelchen geformt.

Wieder rein in das Auto und nach kurzer Zeit waren wir in der Glasschleiferei. Im ersten Arbeitsschritt werden in diesem Produktionsbetrieb die vorgefertigten Kügelchen auf einer Metallplatte mit einem Pinsel in kleine, vorgefertigte Mulden gelegt.

Unterhalb der Mulden befinden sich kleine Metallbolzen, welche die Glaskügelchen aufnehmen, so dass diese in gleicher Höhe und im gleichem Abstand zueinander positioniert werden.

Anschließend werden die Kügelchen auf einem Schleifbalken befestigt. Der Schleifbalken besteht ebenfalls aus kleinen Metallbolzen, welche sich im gleichen Abstand zueinander befinden wie die im vorhergehenden Arbeitsprozess beschriebenen Bolzen. Der Schleifbalken bildet somit ein passgenaues Gegenstück zu den aufgereihten Glaskügelchen. Zuerst werden die Bolzen in ein sandähnliches Klebegranulat gesteckt. Dieses Granulat hat die Eigenschaft, dass es sich bei hoher Hitze verflüssigt. Mittels Hitze und starkem Druck werden nun die Glaskügelchen auf den Bolzen fest verklebt.

Der Schleifbalken wird danach in eine Schleifmaschine so eingespannt, dass die nebeneinander aufgereihten Kügelchen auf der rotierenden Schleifplatte liegen. Je nach Schliffart steht der Schleifbalken in unterschiedlichen Winkeln zur Schleifplatte.

Da sich zudem die einzelnen Bolzen, auf welchen sich die Glaskügelchen befinden, während des Schleifprozesses in einer vorprogrammierten Taktung drehen, können alle erdenklichen Formen und Facetten, bspw. Briolett, Chessboard, Xilion, Helix,  geschliffen werden. Die vorliegenden Fotografien zeigen die Glaskügelchen auf dem Schleifbalken vor und nach dem Schleifprozess. Bei der dargestellten Facettierung handelt es sich um einen Briolett-Schliff in der Größe 6X4mm.

… und wieder ging’s per Auto zum nächsten Betrieb.

Veredlung und Effekte der Glasschliffperlen

Hier werden die facettierten Glasperlen veredelt, so dass unterschiedliche Effekte, vergleichbar zu bspw. Aurore Boreale Effekten, entstehen. Die Perlen werden in eine Art Ofen gehängt, in welchem sie rotieren und elektrostatisch bearbeitet werden.

Das ganze sieht schon nach `high tech` aus und Cherry wollte mir auch nicht verraten wie der eigentliche Prozess abläuft. Firmengeheimnis zur  Produktion von Glasschliffperlen halt! Nun ja, ich war aber schon sehr dankbar, dass ich mir alles genau ansehen durfte.

Das Ergebnis der edlen Glasschliffperlen ist auf jeden Fall faszinierend. Egal ob silber-, gold-, bronzemetallisch schimmernd oder wie abgebildet, einseitig mit einem AB Aurore Boreale Effekt beschichtet – die Perlen funkeln intensiv und sehen einfach toll aus. Zudem sind die Effekte sehr langlebig. Ich war begeistert.

Zurück im Showroom wurde mir dann noch gezeigt, wie die Perlen aufgefädelt werden. Nach einem Tag modernen Industrietechnik war das ein willkommener Abschluß. Die Glasschliffperlen werden also in passgenaue Plastikröhrchen gesteckt. Anschließend wird eine sehr, sehr langen Nadel, an deren Ende ein Nylonfaden eingefädelt ist, durch die Fädellöcher geschoben. Final wird der Faden durch die Löcher gezogen, mit der ersten und letzten Perle verknotet und fertig ist der Perlenstrang.

Wir bieten die hochwertigen Glasschliffperlen in unterschiedlichen Formen, Farben, Facetten und Effekten in unserem kronjuwelen.com Online-Shop an. Hier eine kleine Auswahl.

LG

Stefan

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